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Was ist ein Trauma und wie entstehen Traumafolgestörungen?

Quelle:  http://www.degpt.de/informationen/fuer-betroffene

Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine Missbrauchserfahrung gemacht haben, entwickeln häufig eine sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung. Auf dieser Seite haben wir in Anlehnung an die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) die wichtigsten Informationen zu Traumata und Traumafolgestörungen zusammengestellt. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten der DeGPT

http://www.degpt.de/informationen/fuer-betroffene

Was ist ein Trauma?

Der Begriff Trauma (griech.: Wunde) lässt sich bildhaft als eine "seelische Verletzung" verstehen, zu der es bei einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis kommen kann. Als traumatisierend werden im Allgemeinen Ereignisse wie schwere Unfälle, Erkrankungen und Naturkatastrophen, aber auch Erfahrungen erheblicher psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt sowie schwere Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen bezeichnet.

Umgangssprachlich wird der Begriff Trauma häufig in Bezug auf verschiedenste, als leidvoll erlebte Vorkommnisse verwendet, um zu kennzeichnen, dass es sich dabei um eine besondere Belastung für den Betroffenen gehandelt hat. In den medizinischen Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV), die maßgeblich sind für die fachgerechte Beurteilung psychischer Beschwerden, ist der Begriff jedoch wesentlich enger definiert und schließt allein Ereignisse mit ein, die

  • objektiv "mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß" (ICD-10) einhergehen oder "die tatsächlichen oder drohenden Tod, tatsächliche oder drohende ernsthafte Körperverletzung oder eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit von einem selbst oder Anderen" (DSM-IV) einschließt, sowie
  • subjektiv "bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde“ (ICD-10) beziehungsweise mit "starker Angst, Hilflosigkeit oder Grauen" erlebt wurde.

Als traumatisch erlebte Ereignisse können bei fast jedem Menschen eine tiefe seelische Erschütterung mit der Folge einer Überforderung des angeborenen biologischen Stresssystems verursachen. Somit wirkt sich ein Trauma nicht nur seelisch, sondern auch körperlich aus. Die Überflutung des Gehirns im Rahmen einer überwältigenden Stressreaktion behindert die angemessene Verarbeitung des Erlebten mit der Folge, dass der Betroffene die gemachte Erfahrung nicht wie gewohnt in seinen Erlebnisschatz integrieren und dann wieder Abstand davon gewinnen kann.

Dieser Umstand kann dazu führen, dass der Organismus auf einem erhöhten Stressniveau verharrt und charakteristische Folgebeschwerden entwickelt. Wie gut ein Trauma verkraftet und verarbeitet werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. Hier spielen die individuelle Lebensgeschichte sowie das persönliche Befinden zum Zeitpunkt des traumatischen Geschehens ebenso eine Rolle wie bestehende Umgebungsfaktoren, Risiko- und Schutzfaktoren, aber auch die Schwere und Dauer der Traumatisierung. Glücklicherweise legen sich bei den meisten Menschen die posttraumatischen Beschwerden nach einer Weile von alleine. Die eigenen Selbstheilungskräfte lassen die sogenannte akute Belastungsreaktion abklingen und der Betroffene kann das Erlebte zurücklassen, ohne dass es ihn in seinem weiteren Leben bedeutend beeinträchtigt. Wirken jedoch mehrere belastende Faktoren zusammen, können die posttraumatischen Symptome fortbestehen, obwohl das traumatische Ereignis bereits Wochen oder Monate, zum Teil auch Jahre zurückliegt. Bei diesen Personen spricht man dann von einer Traumafolgestörung.

Auch wenn die Ausprägungen der Symptome in Form von negativen Gefühlen und Empfindungen auf körperlicher und psychischer Ebene von Fall zu Fall unterschiedlich sein können, so lassen sich doch bei vielen Betroffenen vergleichbare Merkmale beobachten, anhand welcher posttraumatischer Stress festgestellt werden kann. Das Erkennen ist der erste Schritt zur erfolgreichen Bewältigung, der zweite ist die Überlegung, welche Maßnahmen den Bewältigungsprozess unterstützen können – mitunter schließt dies auch die Suche nach einem kompetenten Traumatherapeuten mit ein. Denn selbst ausgeprägte posttraumatische Beschwerden lassen sich in einer qualifizierten Traumatherapie zumeist gut behandeln und auflösen.

So unterschiedlich wie sich Traumatisierungen auswirken können, so vielfältig sind die Folgen. Dennoch ergeben sich häufig bestimmte, charakteristische Beschwerdebilder, die sogenannten Traumafolgestörungen: Posttraumatische Belastungsstörung; Komplexe posttraumatische Belastungsstörung, und Dissoziative Beschwerden und Krankheitsbilder.

Eine ausführliche Beschreibung der Beschwerdebilder finden Sie auf den Seiten der DeGPT:

http://www.degpt.de/informationen/fuer-betroffene/trauma-und-traumafolgen/wie-%C3%A4u%C3%9Fern-sich-traumafolgest%C3%B6rungen.html